Workshop „Manövrieren“ mit Martin

Am vergangenen Dienstag trafen sich ca. 25 Mitglieder um gespannt zu verfolgen, was OSG-Mitglied und „Seefahrer“ Martin zum Thema Propeller, Ruderblätter und Hafenmanöver zu erzählen hatte.

Sein Lieblingsrevier ist und bleibt der Hafen, sein Ziel ist es Lotse zu werden und hat daher von klein auf an einen leidenschaftlichen Hang zum Manövrieren. Beruflich steuert er die „großen Pötte“, ist aber auch viel auf Yachten unterwegs und hat nicht zuletzt bei Törns mit seinen Brüdern festgestellt, dass gerade das An- und Ablegen, bzw. das richtige und sichere Steuern des Mehrfüßers, oft zu Schweißausbrüchen bei Freizeitskippern und -crews führt. Auch die korrekten Bezeichnungen der Leinen und klare Kommandos sitzen nicht immer. Mit einigen Tricks & Tipps muss das nicht sein!

In einem kleinen Theorieexkurs lernten wir unter anderem, dass „erst Ruder legen, dann Gas geben“ hilfreicher ist, als umgekehrt und Vollgas keine Möglichkeit für „Kicks“ offen lässt. Der in der Sportschifffahrt bekannte „Radeffekt“ wurde kurz physikalisch hinterleuchtet und für die Praxis hinter dem Steuerrad aufbereitet. So ist die Drehrichtung des Propellers gar nicht das Entscheidende, sondern: Was macht das Schiff, wenn die Maschine zurück arbeitet? So sollte jeder Skipper mit seiner Crew im freien Seegebiet praktisch ausprobieren, wie die Yacht manövriert und wie stark die verschiedenen Effekte wirken. Damit spart man einiges an Deo nach dem Anlegen.

Es ging auch „praktisch“ dann um die verschiedenen Boxen-Situationen mit unterschiedlichsten Windrichtungen und Leinenführungen. Dank eines von Martin in akribischer Heimarbeit gebauten Modells, konnten wir an der magnetischen Tafel „Hafenkino spielen“. So wurde das Objekt nicht nur von Martin mit möglichen Varianten gegen den Wind in die Box geschoben, denn es dauerte nicht lange, bis einige OSGler die kleinen Leinen selber um die Magnet-Dalben legten. „Also ich mache das immer so….“ und „…ich würde das anders machen…“ oder „…aber was mache ich wenn das schief geht?“.
So wurde es ein echter Workshop, in dem die theoretischen Ansichten visuell greifbar und nachvollziehbar wurden. Es entstand ein interessanter Erfahrungsaustausch zwischen „Anfängern“, „Halbwissenden“ und „erfahrenen Yachtis“.
Die Erkenntnis und ein Tipp von Martin: Ein kleines Kopfkino auf dem Sofa hilft bereits um das Gehirn für die Situation im Hafen fit zu machen. Die zu erwartenden Manöver gerne auch mit der Crew vorher theoretisch durchspielen! Und „der Skipper muss auch nicht immer am Ruder stehen, wenn er ggf. die Leinen besser werfen kann als seine Crew“. Manövrieren kann er dennoch weiterhin, indem er Anweisungen an den Rudergänger gibt und behält somit weiterhin die Kontrolle über das Geschehen. Entscheidend ist der 360°-Blick des Skippers. „Schaut was um euch herum passiert und gebt klare Anweisungen – dann läuft das auch mit dem Manövrieren.“

Ein richtig netter und lehrreicher Abend. Eines steht jetzt schon fest: Das machen wir auf jeden Fall wieder. Danke Martin.